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Aufzugsproduktion in Russland – Ein Blick auf die russische und ungarische Aufzugsindustrie

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MEL Aufzugsfabrik

Ein Ausflug in eine Moskauer Aufzugsfabrik beleuchtet den Wiederaufbau von mehr als 30 Jahre alten Gebäuden in den Ländern

Die Wirtschaftskrise hat sich nachteilig auf die Renovierung und den Wiederaufbau von Aufzügen in Ungarn ausgewirkt. Der Wiederaufbau verlangsamt sich, obwohl Tausende von 40 bis 50 Jahre alten Aufzügen ersetzt werden müssen. Diese Situation ist dringend, insbesondere in vorgefertigten sowjetischen Gebäuden. Während meiner Tätigkeit bei ÉMI-TÜV SÜD Ltd., der ungarischen Tochtergesellschaft von TÜV SÜD, die sich mit Sicherheitskontrollen und -prüfungen befasst, machte ich im Januar einen Ausflug in das Aufzugswerk von MEL in Moskau.

Um seine Exportaktivitäten weiter auszubauen, hat MEL in diesem Jahr unter dem Namen „MEL Elevator Service“ eine Tochtergesellschaft und einen Servicestützpunkt in Budapest gegründet. Gleichzeitig unterzeichnete es einen Vertrag mit dem ÉMI-TÜV SÜD zur Zertifizierung der Aufzugsrichtlinie EK 95/16, insbesondere der Produkte, die nach der entsprechenden Normenreihe EN 81 hergestellt wurden. Um diese Aufzüge in Ungarn gemäß ihren Plänen einsetzen zu können, muss sich MEL einer Typprüfung der Europäischen Union (EU) durch den ÉMI-TÜV SÜD unterziehen. Bei einem Besuch in der Aufzugsfabrik von MEL hatte ich die Gelegenheit, mehr über die Aufzugsindustrie und ihre Geschichte in Russland zu erfahren.

Vor zwanzig Jahren gab es einen bedeutenden Handel mit Aufzügen und Rolltreppen zwischen Russland und Ungarn, der zusammenbrach, nachdem der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe aufgehört hatte zu existieren. Heute jedoch hat sich Russland aufgrund einer nahezu unerschöpflichen Rohstoffmenge von der Krise nach seiner politischen Transformation erholt. Modernisierte Industriezweige sind exportfähig geworden, die öffentliche Versorgung hat sich verbessert und groß angelegte Industrie- und Infrastrukturbauten haben begonnen. Russland ist der aufkommenden globalen Urbanisierung nicht entgangen. Immer mehr Massen ziehen in die Städte, und zivilisierte Unterkünfte werden benötigt. Die Einwohnerzahl Moskaus stieg 15.5 auf 2012 Millionen, die Zahl der Pendler kann auf drei bis fünf Millionen geschätzt werden. Aufgrund des begrenzten Platzangebots in der Stadt hat das Stadtwachstum zu einem Anstieg von 20-30-stöckigen Gebäuden geführt, einige sogar noch höher.

Um einen unterbrechungsfreien vertikalen Transport zu gewährleisten, sind ernsthafte quantitative und qualitative Anforderungen an die Aufzugsindustrie erforderlich. Die Anforderungen werden dadurch erhöht, dass die derzeit eine halbe Million in Betrieb befindlichen Aufzüge meist zwischen 1960 und 1980 produziert wurden. Sie sind stark verschlissen und müssen ersetzt werden. Mehr als 15,000 Aufzüge sind nach Ansicht der Technischen Aufsicht komplett verschlissen, deren Ersatz kann nicht mehr verzögert werden. Diese Faktoren haben es notwendig gemacht, die Aufzugsproduktion und den Service auf nationaler Ebene zu entwickeln und auszubauen.

MEL trat der Aufzugsindustrie bei, um diese komplexen Marktanforderungen zu erfüllen, und wurde ursprünglich 1953 gegründet, um elektrische Netzwerkausrüstung herzustellen. Seit 1976 beschäftigt sich das Unternehmen mit der Produktion von Aufzugssteuerungen. Um den steigenden Anforderungen des russischen Marktes gerecht zu werden, startete das Unternehmen 2004 mit einem Kern von 600 Mitarbeitern die Produktion kompletter Aufzüge. Parallel dazu wurde auf dem Territorium der Russischen Föderation ein Aufzugsversorgungsnetz von der Ostsee bis Kamtschatka geschaffen.

Der erste Schritt war die Entwicklung einer Produktionsstruktur für bestehende Wohn- und Industrieaufzüge, die nach GOST-Standards (Staatlicher Standard der Sowjetunion) hergestellt werden: konventionell Vmax = 1.6 MPs  durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit und elektromechanische Steuerung. Die neuen Hochhäuser und die hohe Exportnachfrage erforderten jedoch die Entwicklung von Hochleistungsaufzügen nach EN-Normen. Um Entwicklung und Produktion zu beschleunigen, ist MEL eine umfangreiche Fertigungskooperation mit dem deutschen Aufzugsteilehersteller Wittur eingegangen.

Das zentrale Moskauer Werk von MEL und die 40,000 m² große Werkstatt produzieren jährlich 2,500 neue konventionelle Aufzüge. Während traditionelle Aufzüge GOST-konform sind, werden die in Zusammenarbeit mit Wittur hergestellten Aufzüge nach EN-Normen hergestellt und von Wittur in anderen Ländern vertrieben. Sie werden mit EU-zertifizierten Sicherheitsvorrichtungen, Selcom-Türen und Sicor-Fahrmaschinen hergestellt. Die Aufzugssteuerungen werden von MEL entwickelt, da das Unternehmen eine lange Tradition in der Herstellung von Elektrogeräten hat.

Ein wichtiger Entwicklungsbereich ist das Design von Hotel- und Krankenhausaufzügen für den Nahen Osten, das ein höheres Maß an Komfort und Angemessenheit in zahlreichen MEL-Produkten erfordert. Hauptexportgebiete sind die Commonwealth of Independence States, einschließlich der Ukraine und Aserbaidschan. Das Zielgebiet umfasst die Türkei, weitere Länder des Nahen Ostens und neuerdings auch osteuropäische Länder. Der wichtigste Bereich der Zusammenarbeit in Ungarn ist der Umbau und die Modernisierung von Aufzügen in Plattenbauten. Ihre Bodenfläche im Aufzugsschacht ermöglicht die Installation von barrierefreien und schweren Aufzügen, die mehr Personen mit mehr Komfort und Leistung befördern können. MEL liefert auch Aufzüge für fünfgeschossige Plattenbauten ohne Aufzüge oder für Gebäude, die durch Aufstockung auf einen Aufzug angewiesen sind. MEL hat dafür einen eigens entwickelten Aufzugstyp entwickelt. MEL und andere Aufzugsunternehmen sind Teil dieses Umbaus und ersetzen Tausende von verschlissenen Aufzügen, die seit mehr als 30 Jahren funktionieren.

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